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Von Natur aus bunt: Warum legen manche Hühner grüne Eier? | Unser Land | BR Fernsehen


Welch ruhiges Leben
könnten die Hühner hier auf dem Maxnhof doch haben,
brächte nur der Osterhase die Eier. Weil das aber nur eine Mär ist,
kommen die 35 Hennen von Elke Degel momentan mit dem Eierlegen
nicht mehr nach. Dafür legen sie aber
ganz außergewöhnliche Eier. Keines von ihnen gleicht dem anderen. Diese Tiere sind etwas Besonderes:
Es sind Rassehühner. Die Halterin ist anspruchsvoll. Mir ging das Einheitsbraun
von den Legehybriden auf den Geist. Nur braune Eier, nur braune Hühner,
oder nur schwarze Hühner, das war mir eigentlich zu viel. Dann bin ich auf die Idee gekommen,
bunte Hühner zu züchten. Dann hab ich mir von
verschiedenen Hühnerrassenzüchtern Bruteier schicken lassen,
um die Gefiederfarbe zu wechseln. Ich hab mir eigentlich immer getupfte, gestreifte,
gefleckte Hühner gewünscht. Ihre bunte Schar hat sie
international zusammengewürfelt, mit Rassen
unterschiedlicher Herkunft: Ein Brahma-Hahn aus Indien, Hennen aus Südamerika
und ganz Europa. Auch ein Bresse-Gauloise-Huhn
aus Frankreich ist dabei. Wir haben hier Weiße Leghorn. Dann haben wir Marans-Hühner. Das dahinten sind Araucana. Wir haben noch
Bielefelder Kennhühner. Das gesperberte dahinten,
das ist ein Altsteirer. Rassehühner legen
nur etwa halb so viele Eier wie gewöhnliche Legehybridhennen,
dafür aber farbige. Auf etwa 150 Stück
kommt so ein Huhn pro Jahr. Bei Elke Degel mit ihren 35 Hennen
macht das 15 bis 17 Eier täglich. Meine Hühner
färben ihre Eier selber. Das sind zwei Eier
von Araucana-Hühnern. Das ist ein beiges, das kommt
von unserem Bielefelder Huhn. Da ist eins
von einem Mischlingshuhn, aus Araucana und Marans. Und noch ein echtes Marans-Ei. Und wie kommt es
zur Farbe in der Eierschale? Spielt da das Futter eine Rolle? Dafür zuständig ist Lebensgefährte
Erwin Betzenbichler. Der Nebenerwerbsbauer verfüttert
an die Hühner v.a. Getreide und Gras. Und um diese Jahreszeit auch noch
altes Obst vom letzten Jahr, z.B. übrig gebliebene Quitten. Beeinflusst das die Farbe der Eier? Unsere Hühner kriegen
sehr viel Grünfutteranteil, wenn das Gras wieder wächst. Und das beeinflusst
vor allem die Dotterfarbe. Je mehr Grünfutteranteil, desto gelber oder oranger
ist die Dotterfarbe. Die Schalenfarbe
ist eigentlich vorgegeben von der Mutter Natur,
von der Rasse her. Da kann man mit der Nahrung
eigentlich nichts mehr beeinflussen. Die Farbe der Schale
ist also genetisch bestimmt. Die Hennen haben in ihrem
Geschlechtstrakt eine Schalendrüse. Die fügt der Kalkschale
beim Legen Farbpigmente zu, die als Abbauprodukte
im Stoffwechsel anfallen. Aus Blut-, Leber-
und Gallenfarbstoff. Aber kann man den Hennen
ihre Eierfarbe ansehen? Grundsätzlich kann man nur erkennen, ob die Hühner weißschalige
oder hellschalige oder braunschalige Eier legen. Das geht an den Ohrscheiben. Die weißen Ohrscheiben haben,
legen hellschalige Eier, die rote Ohrflecken haben,
legen dunkelschalige Eier. In der Hühnerschar
mischt noch der Brahma-Hahn mit. Er beglückt jede Henne,
ganz egal welcher Rasse, und sorgt so
für eine Durchmischung der Gene. In der nächsten Generation verlieren
die Eier dann aber ihre Farbe. Um die Reinrassigkeit und damit auch die besonderen
Eierfarben zu erhalten, muss Elke Degel deshalb
immer wieder neue Bruteier von reinrassigen Hühnern besorgen. Die bunten Eier sind
in ihrem kleinen Hofladen jetzt in der Osterzeit
besonders gefragt. Sie kosten 38 Cent das Stück und gehen weg, so schnell,
wie sie die Hühner legen. Ist damit ein Geschäft zu machen? Normalerweise müsste ich so ein Ei
für 80 bis 90 Cent verkaufen, damit sich die Kosten decken. Ich mach das aus Jux und Tollerei, weil’s mir Spaß macht,
die Kleinen schlüpfen zu sehen, aufwachsen zu sehen und zu sehen,
was sie für Eier legen. Schön bunt? – Ja. Geschmacklich unterscheiden sich
diese Eier nicht von anderen. Sie ersparen einem aber die Farbe
und die Zeit, sie zu färben. Und sind eine echte Rarität.

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